Wir trauern um Stefano Ferrara

14.12.2020

In Gedenken an unser Mitglied, Mitspieler und Freund Stefano Ferrara

Wie euch allen, hat auch uns die gestrige Nachricht über den Tod von Stefano Ferrara schwer erschüttert.

Wir haben Ihn alle als einen extrem lebensfrohen, lustigen und extrem engagierten jungen Mann kennen und lieben gelernt, der in jeder Situation das Positive sah und uns mit seinem enormen Kampfgeist jedes mal aufs Neue überraschte.

Die ersten Worte, die man von den Menschen hört, die Stefano kannten waren genau diese: Lebensfroh, extrem positiv und immer ein Lächeln auf den Lippen, was sich in den meisten Fällen auch auf dich selbst übertrug. Ich durfte Ihn lange als meinen Mitspieler bei mir haben und habe auch Zeit außerhalb des Eises mit Ihm verbracht. Auch außerhalb des Eises war Stefano, egal in welcher Situation immer derjenige, der uns in schlechten und auch schwierigeren Situation, das Gute darin sehen lies und uns gleichzeitig wieder ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Mit seiner italienischen Warmherzigkeit hatte Stefano immer ein offenes Ohr für jeden und man konnte sich mit Ihm immer über alles unterhalten! Berühmt berüchtigt war Stefano in der Mannschaft, für seine „Komödien“ die er gut und gerne in zufälligen Moment, nach Trainingseinheiten oder bei Auswärtsfahrten abhielt und der kompletten Mannschaft, samt Trainern und Betreuern die Tränen vor Lachen in die Augen schießen lies. Es war dabei nie ein Lachen über ihn, sondern stets ein Lachen mit ihm.
Stefanos Markenzeichen war, dass er stets gut gekleidet war und wenn er mal in Joggingsachen oder dem MERC-Teamwear kam, durfte ein Accessoire nie fehlen: In einem Kleidungsstück musste er immer SEINEN SSC Napoli vertreten. Dabei war es egal ob es eine Cap war, oder das originale Trikot. Ohne dies war Stefano nicht Stefano.

Ich erinnere mich auch gerne an Momente, als wir mit der Mannschaft schon inmitten unseres Warm-Up’s waren und uns fragten wo denn Stefano sei… Minuten später stieg er mit seiner Tasche und seinen Schläger aus dem Bus aus und kam später dazu. Auch wenn es ab und zu böse Blicke über das Zuspätkommen gab, hatte Stefano, wie er eben war, immer einen lustigen Spruch auf Lager, die Situation war geklärt und die gute Stimmung sowie das Lachen kehrte sofort wieder zurück. Was mir ebenfalls immer in Erinnerung bleiben wird, war eine Situation beim DNL2 Spiel in Füssen, indem es nicht gut für uns lief. Stefano erhielt eine blöde Zweiminutenstrafe wegen Beinstellens. Auf Zuruf des Schiris, dass Stefano doch auf die Strafbank müssen, lies er seinen Schläger fallen, lief zu ihm hin und brüllte ihn an: „Herr Schiri, war isch des? Isch kann des net! Was soll des???“ In diesem Augenblick verfiel die komplette damalige U20 des MERCs samt der gegnerischen Füssener Mannschaft in Lachen aus und Stefano ärgerte sich Grün und Blau. Für den Rest der Saison war dies der Running Gag. Im Nachhinein hat auch er Tränen gelacht.

So war Stefano!  Nach seiner ersten großen Operation waren einige Trainer zum Besuch im Krankenhaus bei ihm. Er sah wirklich nicht gut aus, war gezeichnet von der langen und komplizierten Op und wollte nichts essen. Wir haben uns große Sorgen gemacht. Nach einer Chemotherapie und dem Okay der Ärzte war Stefano auf einmal wieder im Training. UNGLAUBLICH. Er konnte es glaube ich jedoch nicht so genießen, da jeder, eingeschlossen mir, ihn ständig fragte ob alles okay sei, ob es ihm gut gehe etc. Seine Antwort war immer: „Jungs lasst mich doch, ich bin kern Gesund. Ich bin so froh wieder hier zu sein. Und jetzt lasst dem Coach sagen das wir Zocken wollen.“

Gegen Ende der Saison zeichnete sich ab, dass das große Vorhaben, ihm den Traum des „Letzten Spiels“ noch erfüllen zu können, definitiv in Reichweite lag. Für den kompletten damaligen 98er Jahrgang (eingeschlossen Ihm) war das damalige Spiel, das letzte in der Nachwuchsabteilung des MERCs. Deshalb war es für alle etwas Besonderes. Nach dem Okay der Ärzte und des Trainers Sven Valenti, war klar, dass er spielen konnte. Um ihm den einen, übrigen Platz im Team für das Spiel zu geben, verzichtete ich damals auf mein letztes Spiel und auf mein damaliges „C“ als Kapitän um ihm seinen damaligen Traum zu erfüllen (Bild unten). Es war das Beste Gefühl das ich hatte, diesen ohnehin fröhlichen Jungen samt seiner Familie, die an dem (wie auch jedem anderen Heimspiel) anwesend war, so glücklich zu sehen. Einen solchen Kampfgeist, nach solch einem Krankheitsverlauf, nach dem abendlichen Training während der morgendlichen Therapie, immer mit dem Traum das letzte Spiel für den MERC absolvieren zu können und dabei nie sein Lachen zu verlieren, habe ich seitdem nie wieder gesehen und ich denke, dass es schwer wird, so etwas nochmal erleben zu dürfen. 

Deshalb war es für mich, aber auch für den gesamten Verein ein Schock, als uns gestern die Mitteilung erreichte, dass Stefano seinen langen und harten Kampf gegen den Krebs leider verloren hatte und von uns Gegangen ist.

Stefano du wirst immer in unserem Herzen bleiben und uns auch weiterhin mit diesen positiven Gedanken und Momenten sowie deinem vorgezeigten Kampf immer in Erinnerung bleiben.

Wir und Ich möchten deiner Familie, deinen Eltern sowie deinem Bruder unsere tiefste Anteilnahme aussprechen und wünschen ihr viel Kraft für die momentan schon schwere Situation und alles erdenklich Gute für die Zukunft.

In tiefster Trauer,

Dein Verein, deine Mitspieler und dein Freund Sebastian